Widen the Horizon – andere OEMs, andere Märkte, neue Kontexte

Die bisherige Fokussierung war bewusst eng. Speicher elektrisiert war ein Nischenprojekt mit klarer Ausrichtung, klarer Methodik und klarer Zielgruppe. Diese Enge war Voraussetzung für Tiefe, Glaubwürdigkeit und Wirkung. Gleichzeitig bedeutet Fokus immer auch Ausschluss. Andere Hersteller, andere Märkte und andere Produktansätze blieben bewusst außerhalb der öffentlichen Arbeit, obwohl sie analytisch präsent waren.

Ein Markt im Umbruch

Mit dem Abschluss des bisherigen Modells entsteht nun Raum für eine Erweiterung. Nicht als Richtungswechsel, sondern als logische Fortsetzung derselben Denkweise in einem größeren Kontext. Die Methode ist nicht an einen Hersteller gebunden. Sie ist übertragbar. Und der Markt besteht längst nicht mehr aus einem einzelnen Ökosystem.

Der globale EV-Markt hat sich in den letzten Jahren deutlich verschoben. Während europäische Hersteller lange mit Transformation, Legacy-Strukturen und internen Zielkonflikten beschäftigt waren, sind neue OEMs mit anderen Voraussetzungen in den Markt eingetreten. Kürzere Entwicklungszyklen, klarere Software-Strategien und ein stärkerer Fokus auf integrierte Nutzererlebnisse prägen vor allem chinesische Hersteller. Neben klassischen europäischen Herstellern und neuen rein chinesischen Marken entstehen hybride Modelle, die industrielle Skalierung mit europäischer Markenführung verbinden. Gerade diese Konstellationen sind für die nächste Phase der Elektromobilität prägend.

Diese Entwicklung ist kein Werturteil, sondern eine Marktbeobachtung. Sie verändert jedoch die Anforderungen an Erklärung, Einordnung und Kommunikation. Neue Produkte bringen neue Fragen mit sich. Nutzer müssen Systeme verstehen, nicht nur Fahrzeuge. Customer Experience entsteht nicht mehr allein durch Hardware, sondern durch das Zusammenspiel von Software, Services und Nutzungskontext.

Genau hier entsteht ein neues Wirkungsfeld.

Warum meine Methode anschlussfähig ist

Die Arbeit der vergangenen Jahre war nie auf ein einzelnes Produkt reduziert. Sie war ein kontinuierliches Studium von Nutzerverhalten, Erwartungshaltungen und Entscheidungslogiken in einem hochkomplexen Markt. Diese Perspektive ist übertragbar.

Unabhängige, analytische Einordnung ist gerade in Märkten mit hoher Innovationsgeschwindigkeit relevant. Neue OEMs stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie europäische Hersteller vor einigen Jahren: Vertrauen aufbauen, Erwartungslücken schließen, reale Nutzung verständlich machen und Kunden langfristig binden. Der Unterschied liegt im Tempo und in der Offenheit für neue Formen der Zusammenarbeit.

Customer Insight und Customer Experience sind dabei keine Marketingbegriffe, sondern operative Größen. Wer sie versteht und strukturiert nutzbar macht, schafft Wettbewerbsvorteile. Genau hier liegt der Anschluss für eine erweiterte Ausrichtung.

Bewusste Anerkennung statt Konfrontation

Der Blick auf andere OEMs bedeutet keine Abwertung des bisherigen Kontexts. Im Gegenteil. Die Jahre im sogenannten „Skodaverse“ haben ein tiefes Verständnis für Produktentstehung, Organisationslogik und Nutzerrealität geschaffen. Dieses Wissen ist eine Stärke. Es ermöglicht Vergleich, Einordnung und Differenzierung.

Neue Hersteller, insbesondere aus China, bringen andere Stärken mit: Geschwindigkeit, Integration, Mut zur Reduktion. Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, Vertrauen in neuen Märkten aufzubauen und kulturelle sowie regulatorische Unterschiede zu überbrücken. Genau hier sind unabhängige, glaubwürdige Analyseformate wertvoll. Dies betrifft ebenso europäische Marken, die mittlerweile zu chinesischen Herstellern gehören.

Vom Modell zur Plattform für Zusammenarbeit

Mit dem erweiterten Horizont verändert sich auch die Rolle des Formats. Es geht nicht mehr nur um Erklärung einzelner Fahrzeuge, sondern um die strukturierte Übersetzung zwischen Produkt, Nutzer und Markt. Neue Formen der Zusammenarbeit werden möglich: begleitende Analyse, Feedbackschleifen aus realer Nutzung, systematische Einordnung von Customer Experience und die Fähigkeit, frühe Muster sichtbar zu machen.

Der Fokus verschiebt sich damit von Content als Selbstzweck hin zu Content als Instrument. Als Werkzeug für bessere Entscheidungen, für realistischere Produktversprechen und für nachhaltigere Kundenbeziehungen.

Ausblick

Der Horizont wird weiter, nicht beliebiger. Die Methode bleibt gleich. Der Anspruch bleibt hoch. Was sich ändert, ist der Kontext, in dem diese Arbeit stattfindet.