Explore und Exploit – der Pivot zu neuer Viability

Nach dem bewussten Abschluss des bisherigen Modells stellt sich nicht die Frage, ob es weitergeht, sondern wie. Der Pivot folgt keiner Krise, sondern einer Analyse. Speicher elektrisiert war in Desirable und Feasible stark verankert. Die Wirkung auf Nutzer, die methodische Qualität und die operative Umsetzbarkeit waren gegeben. Viability blieb jedoch kontextabhängig begrenzt. Der Pivot adressiert genau diese Dimension.

Exploit: Was erhalten bleibt

Exploit bedeutet nicht Stillstand, sondern bewusste Nutzung dessen, was sich bewährt hat. Der Kern des Modells bleibt unverändert:

Die analytische Tiefe, die systemische Einordnung komplexer Technologien und der konsequente Fokus auf reale Nutzungssituationen bleiben tragende Elemente. Hinzu kommt etwas, das sich über Jahre aufgebaut hat und nicht replizierbar ist: der direkte Zugang zur Nutzerrealität. Rückmeldungen aus Kommentaren, E-Mails, Gesprächen und Beobachtungen bilden ein belastbares Bild von Customer Experience im Alltag.

Auch die Zusammenarbeit mit dem OEM gehört zu diesem Exploit-Kern. Nicht im Sinne formaler Kooperationen, sondern als kontinuierlicher Abgleich zwischen Nutzerwahrnehmung und Produktrealität. Feedback, Einordnung und das Aufzeigen systemischer Muster haben über Jahre Mehrwert erzeugt. Diese Fähigkeit, Customer Insight strukturiert zu erfassen und verständlich zu spiegeln, bleibt zentral. Sie ist unabhängig vom Hersteller und übertragbar.

Exploit bedeutet damit: Methode, Haltung und Nutzerfokus bleiben bestehen. Sie sind die Grundlage für alles Weitere.

Explore: Was sich verändert

Explore beginnt dort, wo das bisherige Umfeld diese Stärken nicht mehr tragen kann. Exploration heißt hier nicht Beliebigkeit, sondern gezielte Öffnung in Kontexte, in denen Customer Insight und Customer Experience strukturell nutzbar werden.

Dazu gehört, neue Formen der Zusammenarbeit zu denken. Nicht als punktuelle Unterstützung, sondern als integrierter Bestandteil von Produkt-, Kommunikations- oder Markteinführungsprozessen. Exploration umfasst neue OEMs, neue Märkte und neue Organisationsformen, die offener für externe Nutzerperspektiven sind und diese systematisch einbinden wollen.

Der Fokus verschiebt sich dabei klar: weg von modellbezogener Tiefe hin zu übergreifender Customer Experience. Wie verstehen Nutzer Fahrzeuge wirklich? Wo entstehen Unsicherheiten? Welche Funktionen werden missverstanden? Welche Versprechen treffen auf Realität, welche nicht? Exploration bedeutet, diese Fragen nicht nur zu beantworten, sondern in Strukturen zu überführen, die für Hersteller verwertbar sind.

Einordnung mit der Business Portfolio Map

In der Business Portfolio Map lag Speicher elektrisiert bislang in einem Feld hoher Wirkung bei begrenzter Skalierbarkeit. Der Wert pro Nutzer war hoch, die Erkenntnisse tief, das Wachstum jedoch an den Kontext gebunden.

Der Pivot verschiebt das Portfolio. Die Methode wird vom einzelnen Produkt gelöst und in mehrere Kontexte übertragen. Dadurch entstehen neue Felder mit vergleichbarer Wirkung, aber höherer struktureller Tragfähigkeit. Customer Insight und Customer Experience werden nicht mehr als Nebenprodukt verstanden, sondern als eigenständige Wertdimension.

ADEPT als Rahmen für die nächste Phase

Für die operative Umsetzung des Pivots dient das ADEPT-Framework als Leitplanke.

Aim
Herstellung von Viability durch strukturell nutzbare Customer Insights und belastbare CX-Perspektiven.

Data
Verdichtete Erkenntnisse aus jahrelanger Nutzerinteraktion, ergänzt durch Markt- und Produktanalysen weiterer OEMs und Regionen.

Experiments
Neue Formate, neue Vergleichsebenen, neue Kooperationsmodelle. Nicht als Selbstzweck, sondern zur Prüfung, wo Nutzerperspektiven systemisch Wirkung entfalten.

Prioritisation
Fokus auf Kontexte mit hoher Relevanz für Produkt- und Marktentwicklung. Entscheidungen erfolgen entlang von Wirkung, Umsetzbarkeit und strategischer Passung.

Test
Validierung über reale Nutzung, Feedback und Interaktion. Customer Experience wird nicht angenommen, sondern überprüft.

ADEPT sorgt dafür, dass Exploration nicht diffus bleibt, sondern kontrolliert, nachvollziehbar und zielgerichtet erfolgt.

Viability als verbindende Leitgröße

Der Pivot verschiebt die Leitfrage. Nicht mehr: Wie tief lässt sich ein einzelnes Produkt analysieren? Sondern: In welchen Kontexten entfaltet diese Analyse nachhaltige Wirkung für Nutzer und Hersteller?

Viability wird zur verbindenden Dimension zwischen Exploit und Explore. Sie entscheidet über Partnerwahl, Themenwahl und Kooperationsform. Der Schritt ist keine Abkehr vom bisherigen Ansatz, sondern dessen konsequente Weiterentwicklung.

Übergang

Wenn Methode und Wirkung nicht an einen Hersteller gebunden sind, erweitert sich der Horizont zwangsläufig. Und viele Hersteller stehen heute genau an dem Punkt, an dem strukturierte Customer Insights und echte Customer Experience den Unterschied machen.